Bachelor und Master

Die Umstellung auf das in den angelsächsischen Ländern weit verbreitete zweistufige Bachelor- und Master-Modell (undergraduate/graduate studies), das in der Bologna-Erklärung von 1999 und den Folgebeschlüssen innerhalb der Europäischen Gemeinschaft festgeschrieben worden ist, hat in Deutschland zu einer der weitreichendsten Bildungsreformen der letzten Jahrzehnte geführt. Strukturell und inhaltlich finden gravierende und komplexe Veränderungen an den Hochschulen statt: Die neuen Abschlüsse (Bachelor und Master, Promotion, Graduate Schools) bilden nur die Spitze des Eisbergs, Modularisierung und Internationalisierung der Lehrpläne, Definition und Zumessung von Arbeitsleistung (Workload, ECTS-Leistungspunkte) oder vielerorts die Umstellung der Unterrichtssprache (Englisch) sind nur die augenfälligsten Veränderungen.

Die Zielsetzung der Politik, Wirtschaft und Wissenschaft ist vielfältig und ambitioniert: Vergleichbarkeit der Studienleistungen, Mobilitätsgewinn der Studenten, Senkung der Abbrecherquoten, kürzere Studiendauer, stärkerer Praxisbezug und frühere Berufsfähigkeit, Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit und Exzellenzförderung durch den gemeinsamen Hochschulraum und höhere Qualität in Wissenschaft und Forschung werden das europäische Hochschulstudium grundlegend modifizieren.

Studentinnen und Studenten sehen sich durch die Umstellung auf Bachelor und Master mit vielen Neuerungen konfrontiert: dreijährige Studienzeit, Meisterstudium, Diplomzusatz (z. B. Bachelor of Arts B.A., Master of Science M.Sc., Bachelor of Law L.L.B. etc.), Promotion bereits nach dem Bachelor-Abschluss bilden den Auftakt des Bologna-Prozesses. In Deutschland wird dieser Prozess von Kultus- und Wissenschaftsministerien sowie den Hochschulen selbst geprägt. Professorinnen und Professoren, Fachbereiche, aber auch Studentinnen und Studenten sind kaum beteiligt, um das Konzept des lebenslangen Lernens, europäische Studien- und Hochschulkooperation oder vielgestaltige Ausbildung- und Weiterbildungsprogramme mit Leben zu erfüllen, am Ende das gesamte Hochschulstudium zu modernisieren.

Weitere Informationen unter:

  1. Deutsches Bundesministerium für Bildung und Forschung:
  2. Bayerisches Staatministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst:
  3. Deutscher Bildungsserver
    (Deutsches Institut für Internationale Pädagogische Forschung DIPF, Frankfurt/M., Leibniz-Gesellschaft, Institut für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht FWU):
  4. Studien- und Berufswahl
    (Länder der Bundesrepubllik Deutschland und Bundesagentur für Arbeit):
  5. Deutscher Akademischer Austauschdienst:
  6. Deutscher Gewerkschaftsbund, Bereich Jugend:
  7. Verein Deutscher Ingenieure VDI:
  8. Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland:
  9. Deutsche Industrie- und Handelskammer: